Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedanken und Ansichten, die Israeliten betreffend
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 402 (sequence 11)
- Language
- German
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40a Mutter, wenn sie dem Ceremoniellen nicht schon in ihrem Herzen entsagt har, macht ihrerseits i» der Familie wiederum eine eigene Religiovsparthei aus. Der Gatte ist chr zu orthodox» der Sohn zu weit vorgeeilt» die Loch« ter stimmt gleichfalls nicht ganz mit ihren Gesinnungen überein — und so herrscht in der Familie rin vielfache- Schisma, das den Vater dem Sohne» die Mutter der Tochter entfremdet. Wenn der Familienkreis durch Einheit der Gesinnun« gen und Gefühle e»ne reiche Quelle irdischen Glückes ist, wenn das häusliche Leben den Menschen für das bürgrrliche erziehen und vorbereiten soll: so gehen diese Vor« theile bei solchen herrschenden Spaltungen größtentheilS vrr« koren. Oie verschiedene Denk« und Handlungsweise bei einer Angelegenheit» die das Heil des Menschen und der Menschheit betrifft, reizt die Gemächer gegen einander, und nimmt der Eltern, und Kindesliebe den Zauber der innigen unbedingten Hingebung. Die Achtung und Ehr« «rdierung der Kinder sinkt; — die Liebe der Eltern zu und in der jüdischen Religion gründlich, für Mädchen angemessen und mir sehr gutem Erfolgt ertheill. Warum folgt man also in andern, und besonders in großen Gemeinden einem solchen Beispiele nicht? Wenn enur ernster Wille der Redlichen und Frommen ist, das Wahrhaft - Zweckmäßige solcher Art, ohne die Hindernisse;u fürchten und zu scheuen, angemessen einzuführcn: so wird es gewiß» wie in Deßau, gedeihen,!ohne daß es bei irgend einer Klasse der Gemeindeglieder, weder bei Rabbinen noch bei Laien, Anstoß findet. Abc^ ein ernster Wille der bessern Gemeindeglieder ist allerdings dazu erforderlich: nicht aber ein träges, bloßes Begnügen mit dem Vorhandenen. —- D. H.