Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Nichtigkeit der irdischen Güter
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 5)
- Language
- German
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—Z65 feiner Weisheit un-belehrend zürnst: Ack» wie flüchtig sind die Güter der Erde, wonach du ringest, wie hinfäl« lig die Gold. und Silbergötzen, auf die du dich »erlöstest! Wie gar eitel ist doch alles, alles unter der Sonne! Die Lehre auS dem Munde, aus dem Geiste eines solchen weisen, vielerfahrnen Mannes muß wohlauf Wahrheit beruhen, muß aus der Quelle der Weisheit gefios» ft«, muß vom Himmel kommen, muß unS und unfern Kin« bern wichtig und heilig sein und uns dringend rinladen, darüber nachzudenken, danach zu handeln. Bevor wir aber handeln, müssen wir denken— Das ist'S ja, was den Menschen »ieret, Und dazu ward ihm der Verstand'. Wir wollen also unsere eigenen Erfahrungen zu Hülfe rustn, ob alles eitel ist unter der Sonne. Laßt uns, meine Freunde! zuerst einen Blick auf den Anfang unseres Lebens werfen, auf dir von allen Zungen so hoch gepriesenen Jahre der Kindheit. Nicht wahr — denn auch die ehrwürdigen Alten unter unS erinnern sich deren noch oft? — nicht wahr, da lebten wir in schuld« loser Unwissenheit goldne glückliche Tage, da störten keine Mühen, keine Sorgen unser« frohe Laune, unfern heitern Sinn? Das beschränkt« Vaterhaus schien uns eine Welt, wir neideten Keinen, wir haßten Keinen, wir hiengen mit Liebt an einander und wähnten, das müsse immer so bleiben, immer ungehindert, ungestört! aber wie bald flohen diese Jahre, wie bald war der Traum ausgeträumt! daS Paradies der Kindheit reichte nicht bis an die Jünglings« fahre, und wir mußten es verlassen, wurden, gleich unfern