Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Gesellschaft der Humanität zu Kassel
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 313 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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- m Gleichnisses zu bedienen, als in jener Stabt ein große- Gefäß durch allgemeinen Beitrag mit köstlichem Weine gefüllt werden sollte. Es dachte da einer, wie es gar we« nig dem Ganzen schaden» auch gar nicht zu spüren sein würde, wenn er seinen Beitrag in einer minder kostbaren Flüssigkeit stelle. So dachte aber ein jeder in dieser preis, würdigen Stadt und es fand sich, daß, statt des herrli« chen Rebensafts, das Gefäß mit klarem Wasser gefüllt war. Auch soll keiner glauben, daß, wenn dre Seinigen je einen Tadel verdienen, er ihnen oder sich selbst den ge» rechten Vorwurf vermeide, durch Entfremdung von ihnen. Denn es ist Eintracht Honnöthen und gesellschaftliches Han« deln, nicht um den Weg böser Gewohnheit, oder unseeligen Schlendrians fortzuwandrln, sondern um jede bürgerliche Vervollkommnung zu erreichen. In solchem Streben allein, entsteht der Menschheit Heil, erblühet auch uns der leuch« tende Stern froher Hoffnungen in dem Anbruch einer neuen Zeit. Wo wir sorgfältig und mit Vertrauen gesäet, wer« den wir nicht allein ärnbten; auch das Vaterland, alle unsere Mitbürger, die in unserer verjüngten Kraft und Ehr« und in unserer Wohlfahrt auch die ihrigen erkennen, werden freudig die herrlichen Garb.n theilen und die Zukunft wird das fruchtbare Pfund empfangen, das wir ihr hinterlassen. In der Jugend, die wir ihr unmittelbar erziehen, oder dir mittelbar der Einfluß einer guten Gesellschaft beseelt, über« lebt ein Denkmal unsrer Gesinnungen und unsrer Fürsorge; möchten wir in unsrer Haltung, in allen unfern Hand« lungen auch ein Beispiel hinterlassen, dessen Macht das Größere bewirke, das uns unerreichbar ist.