Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Gesellschaft der Humanität zu Kassel
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 13)
- Language
- German
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309 Menschlichkeit ächte», aus Religion die Vernunft verban« neu, und um der alten Sitte willen den alten Bruder verkennen. Ja in abgöttischer Verehrung der alten Ge« wohnheit, will man ihr die gewiß weit altere Gerechtigkeit zum Opfer bringen, und selbst den Namen Humanität möchten Einige verhaßt machen dadurch, baßer an gehässige Nebenbcgriffe geknüpft w.rd. Aber diese Nebenbegriffe, dir auf die Verirrungen deuten sollen, denen verblendete Geister oder schwache Gemüther in den Zeiten der Verderbnitz sich überließen, — sie, die ächte Humanität, sie hat sie nicht, wir dürfen es alle betheuern, sie sind ihr fremd, werden ihr ewig fremd bleiben. Das Gute und die Wahrheit sind sich ewig nahe. Wohl in der Richtung, aber nie im unauslöschlichen Kennzeichen wechseln sie. In den Aussenenden aber wohnt das Löse und die Täuschung; ihres Bleibens ist nie in der Hellen klaren Mitte. Den Haß und die Feindschaft tragen sie stets im Busen und leben davon, und sind sie vergangen im eigenen Gift, gebären sie sich neu im ent» -egengrfttzten Ende. So auch hier. Wie jener vorgebliche Weltweise, der den Bedürfnissen der Menschen keinen größer» Umfang gestattete, als denen der Bestie, — durch die Löcher seines Mantels die Blöße seines Hochmuths zeigte; so weist die Selbstsucht, die erst in sanfter Freundlichkeit lächelte, jetzt ihre begehrenden Zähne hinter der Larve frommer Strenge. Die wahre Humanität aber ist weit entfernt, die einigende Kraft heiliger Bande zu erweich n. Sie stärkend vielmehr, will sie, daß wir mit frommen Eifer, ein jeder in s inem Kreise, zuversichtlich nach der Erreichung der edlern Lebenszwecke trachten und dahin wirken. Sie will kein buntes