Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die wohlthätigen Folgen der höchst weisen und liberalen österreichischen Gesetzgebung in Betreff einer soliden und moralischen Annäherung der böhmischen Israeliten zum gemeinschaftlichen Bürgerv
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 5)
- Language
- German
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28; Ueberhaupt war diese höchst liberale Verordnung für die Israeliten von so wohlthätigen Folgen, d.ß es viel, leicht kein Land in Europa giebt, in welchem es in einem so kurzen Zeiträume die Anhänger des Mosaismus so weit in der Kultur wie in Böhmen oder in den österreichischen Staaten überhaupt gebracht hatten. Auch blieb die Annahrung zum gemeinschaftlichen Bürgervereine den aufgeklärten christlichen Mitbürgern nicht unbekannt. Der ehemalige, in jenen finstern Zeiten durch Fanatismus erzeugte wechselseitige Haß, Neid und Derfolgungssucht zwischen Menschen und Menschen» zwischen Geschöpfen eines und des nämlichen höchsten unbegreiflichen Wesens» hörte allmälig auf; Duldung, Liebe und Freund« schaft, diese göttliche Tendenz der Religion, wird mit jedem Tage sichtbarer; überhaupt jene schwarze, die Menschheit entehrende Scheidewand, scheint dem Sturze nahe zu sein; und man ist berechtigt zu hoffen, daß durch das musterhafte Beispiel der Vorsteher der Jsraelitengemeinde nach und nach alle Schlacken gereinigt werden und alles besei. tigt wird, was hie und da Anlaß zur wechselseitigen Ab. Neigung geben könnte. Was di« Thätigkeit solcher Man« ner vermag, dieß bewies mchrmal, der schöne Gemeingeist hei der Unterstützung der christlichen und indischen Armen. Das Jahr rzn, wo die Gemeinde der Israeliten nur für dir Unterstützung ihrer Hausarmen die schöne Summe von 9470 fl zusammenlegtc, und die namhaften Beiträge, wel« che diese Gemeinde dem neuen Armenhause, besonderdurch unentgeltliche Lieferung verschiedener Hausbcdürfn!sse, zukommen ließ, ist ein neuer Beweis von den Menschen« freundlichen Gesinnungen der Israeliten.