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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 2 · p. Seite 256

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 2
Article
Predigt
Date
1812-01-01
Page
Seite 256 (sequence 2)
Language
German
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Menschen stehen unter fäntr Aufsicht und Leitung. Es muß folglich einen Eatzweck geben» den Gott erreichen will; er muß Ralhscblüste gefaßt haben, die in der Welt aüsqeführt werben sollen; planlos kann niemand weniger handeln, niemand kann dem Zufall weniger Einfluß gcstatten, als das weiseste und unendlichste Wesen. Liegt aber der Meltregiernng ein Rath Gottes zum Grunde, hat Gott beschlossen, was im Himmel und auf Erden gcschehen soll; so sieht ein jeder ein, dieser Rach ist nicht nur ewig, wie Gott selbst, denn Gott sind alle seine Werke bewußt von Ewigkeit her; auch unwiderruflich und unabänderlich muß dieser Rathschluß Gottes sein, denn Gott istkein Mensch, daß er trüge, kein Erden sohn, daß er sich bedenke. Kann nun nichts erfolgen, als was dem Rathe Gottes gemäß ist, so ist al. les was geschehen soll, schon in Voraus und von Ewig» feit her entschieden, so ist's nicht möglich, daß sich etwas anders jutragen könnte, so hängt alles auf's Genaueste zusammen» und ist einer strengen» alle Willkühr ausschliesienden, alle Freiheit vernichtenden Nochwendigkeit unterworfen. Aber dagegen sträubt sich unser Gefühl, und un« ser Bewußtsein versichert uns vom Gegentheile mit einem Nachdruck, dem wir nicht widerstehen können. Nein, nothwendig, ohne unsere eigene Mitwirkung, wohl gar wider unfern Willen kann keine unserer Handlungen sein. Wie könnte man uns sonst hierüber in Anspruch nehmen, wie könnten wir Reue über etwas empfinden, wenn wir nichts frei« willig gethan hätten, wenn es uns nicht möglich gewesen wäre» anders zu handeln? Und wofür wäre man uns Dan! schuldig, wie könnten wir über unsere besten Hand-

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