Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Worte über religiöse Reden und Predigten unter den Israeliten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 13)
- Language
- German
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25? dtrjenigtn der Abyfstnischen Christen — ״) jederzeit hatten und fortwährend haben, und wie wohlthätig diese Einrich« tung auf die größere Veredlung unserer Glaubensgenossen wirken könnte: so ist es allerdings sehr auffallend, daß eS so vieler Mühe, so vieler Worte bedarf, um die Israeli« len im Allgemeinen von der Nothwendigkeit, deutsche Predigten rinjuführen, zu überzeugen. Und doch erschallt wohl bei solchen Vorschlägen sehr leicht hie und dort ein Anathema und man läuft noch obendrein Gefahr, für einen Ketzer, ja wohl gar im gewissem Betrachte für eine« Freigeist gehalten zu werden! Dieß darf indeß den Menschenkenner und Menschen« freund keineswegs abschrecken. Alte Gewohnheiten sind den meisten Menschen wichtig und heilig. Gesellt sich hier« bei noch die Furcht vor Neuerungen und üblen Folgen dazu: so ist die Abneigung gegen veränderte Einrichtungen bei der Mittelklasse des Volks, ehe es sich vom Nutzen der« selben überzeugen kann, wie natürlich, desto größer.*) **) *) Die Abyfstnischen Christen feiern den Sabbath der Juden, wie auch den Sonntag der Christen und rnkhal« reo sich der im Gesetze Moses verbotenen Speisen; sie beschneiden am achten Tage die Kinder, sowohl männ« lichen als weiblich׳» Geschlechts, und taufen darauf am vierzigsten Tag« dir Knädchea; am achtzigsten Tage aber die Mädchen. Predigten werden nicht gehalten, das Gebet, das Vorlesen eines Stücks aus der Bibel u. s. w. machen ihren öffentlichen Gottesdienst aus. **) Diese Abneigung findet daher nicht nur bei vielen Israe« liten nQcin, sondern auch bei manchen Christen statt. Wer