Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 24)
- Language
- German
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240 Der Pöbel in Wien, bei dem der ReligionSbaß ge. gen die Inden noch nicht getilgt war, beschuldigte sie» daß die im Jahre 1710 in und um Wien eingecretene Pest durch sie entstanden sei (!!). Das Murren gegen die Juden war so allgemein, daß man alle diejenigen Juden, welche keine Passe aufweisen konnten, abschaffie und ihnen das fernere Einwandern, vorzüglich aber allen Handel mit alten Klei« dungsstücken, wie auch das Wahrsagen, Srgensprechen, Teufelbannrn, Schatzgraden u. s. w. womit jumal der ärmere und daher auch unsäuberliche Theil seinen noch» dürftigen Gewinnst zu erhalten suchte, untersagte. Es ward daher ihr Handeln und Haustren gegen Pässe nicht nur eingeschränkt» sondern auch allen Hauseigenthümern in Wien in einer Verordnung vom 28sten Oktober im Jahre 17z 3 angedeutet: 1000 Reichsthaler als Strafe zu erlegen, sobald man irgend «inen herumziehrnden ober ohne Paß versehenen Juden in ihren Wohnungen betreten würde. Unter der Regierung der großen und unvergeßlichen Kaiserinn Maria Theresia geschah endlich der erste Schritt, zu einer höhern Bersittlichung der jüdischen Glau« bensgenossen, die zuvor von allem bürgerlichen Betriebe und Erwerbt ausgeschlossen, und einzig nur auf den Han« del und ihre unstäte Mäkelei beschränkt waren. Den Juden wurde erlaubt, Fabriken und Manufakturen anzulegrn, Handwerke zu erlernen und auszuüben, und auch die Er« zeugniße und Früchte ihres Fleißes und ihrer Industrie!״ öffentlichen Verkehr zu setzen; dagegen aber jede Auswerfen von A. — von B. Herausgegeben von Alvys Gleich. Wien 1808. S. 1oz uud 104.