Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 2)
- Language
- German
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mußte dieses Volk auf all« mit dem Handel selbst verbun, drn.e Nebenwege gerathen. Die Reform beider Rrligionsgenossen zu verträglicher» Gesinnungen gegen einander, blieb erst der später» Zeit Vorbehalten, als die Fürsten und das Volk selbst aufgeklärter und menschlicher über die Grundsätze ihrer eignen Religion und das Gemeinwohl des bürgerlichen Vereinzu denken anfingen, und «ine allgemeine Duldung jener Meinungen, die Jeder, nach eigener Urberzeugung, für sich als den sichersten Weg zur ewigen Glückseligkeit erkannte, unter die vorzüglichsten Grundsätze des Völkerrechts auf« nahmen. Di« Morgrnröthr dieser schönen Zeit erschien schon in den letzter» Regierungsjahren der unsterblichen M. Theresia, ihre Sonne selbst aber unter der Alleinherr« schaft des großen und unvergeßlichen Kaisers Joseph II, Seine weisen und menschenfreundlichen Anordnungen näherten die christliche Religion selbst dem wahren Geiste ihres Ctisters. Duldung und Menschenliebe hieß auch in den Grundprinzipien der übrigen Glaubrnsge« meinen das ursprüngliche Sittengesctz des Menschen aner« kennen und ehren. Dadurch näherten sich nun alle Glau« bensgenvssen einander versöhnlich und brüderlich. Wer könnte nur solch« Auftritte, wie der Verfasser auS urkund« kichen Quellen der ältern Zeit hier geschichtlich zusammen« gestellt hat, gegenwärtig besorgen, oder auch nur ahnen? Offenbar sind auch die heutigen Juden anders als die vorigen Juden. Durch gegenseitige Toleranz und Aufklärung zur allge« . meinenNationalbildung aufgerufrn, hat auch bei ihnen Vielerin« wohlthätige Reform erhalten, und man erkennt nun unter