Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1812-01-01 · Heft 2 · p. Seite 213

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 2
Article
Auszüge aus einem Tagebuche
Date
1812-01-01
Page
Seite 213 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2304627-2304640-2304642-2307006--04322-2307359
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

213 flüstert, daß wir sie, bei fortgeschrittener Bildung, jetzt weit besser auöfüllen konnten. Glaube, Liebe, Hoffnung. Von diesen drei Stütz« punkten des höhern Lebens ist in's gewöhnliche nur die eine, die Hoffnung, übergegangen. Wer das Leben nach Momenten nimmt, findet es kost« sich; wer es im Ganzen überschaut, langweilig. Stolz (im gewöhnlichen Sinne) ist eigentlich ein Gt« stand» st des Unwerths. Man will dadurch seine Ueber« legrnheit in äußerlichen Verhältnissen geltend machen, weil nian fühlt, daß sonst wohl keine Ueberlegenheit zu er« langen sei. _ So wie Schein«Tobte giebt es auch Schein. Le« bendige. Ich meine nicht solche die zum Schein, sondern die für den Schein leben. Die Jugend ist die Zeit der Wünsche. Glänzenden Schmetterlingen gleich gaukeln sie vor dir herum, und du setzest dein Leben daran, sie zu erhaschen. Das vorgerückte Alter ist die Zeit der Erfüllung; aber mit rauher Hand streifte sie den Zarbensiaub von den Flügeln des Dlüthen« Vogels. _ Er wollte dem Himmel nahen, aber das gemeine Treiben der Umgebungen raubte ihm die Schwingen: da herrschte eine fürchterliche Leere in seiner Brust, und nur der irrdischen Gottheit, der Thatlgkeit, war es Vorbehalten, sie auszufüllen. S. in H*"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.