Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304642--04296-2307337- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
!91 des Andächtigen in den sanftesten Tönen zum Gotte der Sphären auf, und des Instrumentes Stimme vereinigte sich entweder mit der des gottgeweihrten Priesters und Leviten, oder deS Betenden selbst, daß ״gehorchen besser sei als Opfer; aufmerken besser als Fett derWidder; daßEr kein blutiges Op׳ fer heischt: Ohren uns gegraben habe." So ward der Andächtige von der Harfe zum Denken erweckt und Herz und Kopf standen beim Gottesdienste — dem erhabensten Geschäfte des sterblichen Menschen — in der schönsten Uebereinstimmung. Wenn der fühlende Israelit jener Zeit gedenkt und dir Feier des damaligen Gottesdienstes mit der jetzigen vergleicht: so muß er wehmüthiglich zu Gott bitten: ״Ach sende mir dein Licht und deine Wahrheit, daß ich zu dem Altäre meines Gottes walle; daß ich meinem Gotte wieder auf der Harfe danke." (Ps. 40. 7. Pf. 43. 3. 4.) Doch mit unserm Bitten müsse sich auch unser Thun verbinden! Wir sollten ernstlich daran arbeiten, uns, wie einst der Prophet Elisa, bei religiösen Vrranlaßungen durch die heiligt Weihe der Töne für Gott und Tugend begeistern zu lassen und den Hvcherhabenen in seinem Heiligthume loben" mit dem Klange der Posaunen, mit Harfe und Psalter, mit Flöten und Saitrnspiel." Soll >n Ansehung des Gottesdienstes etwas Zweckmäßiges herbeigeführt werden, so muß man da anfangen, wo das Gute am Besten gedeihet, bei der Jugend, und jede