Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neue Schule für Israeliten, zu Tarnopol in Galizien
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 10)
- Language
- German
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175 durch 5u schwere Gegenstände, oder durch zu langes An. halten bei einer Sache, anzustrcngen; so wird jeder Un. tcrricht genau nach Fähigkeit und Alter der Schüler abgemessen, in der gewissen Ueberzeugung, daß erstens, nicht alle Kinder mit gleich guten Anlagen geboren sind , und zweitens, daß die guten Köpfe zur rechten Zeit in einer Stunde mehr lernen als zur Unzeit in einer Woche. b) D ie Bildung des Verstandes. Bei den Israeliten sind gewöhnlich zwei Serlenkräfte» Witz und Gedächtniß, die hervorstechendsten, die aber auch — aus hier nicht anzugebendcn Ursachen — mit dem größten Eifer ausgbildet werden. Daß der all;ugroße W!tz den Israeliten in manchem Betrachte schädlich ist» weiß jeder Vernünftige; so wie er auch einsieht, daß der Mensch durch Ausbildung gedachter zwei Geisteskräfte seine Bestimmung nicht völlig erreicht. Es wird daher in dieser Cchulanstalt bei jedem Lehrgegenstande, ohne Aus« nähme, so weit es nur möglich ist, auf die wahre Aus« bildung aller Eeelenkrafte der Jugend, in gleichem Maaße gesehen. Das Gedächtniß wird nicht vernachläßigt, aber Verstand und Urtheil wird geschärft; der Witz wird nicht niedergeschlagen» aber der Scharfsinn wird geübt. Wer können bei diesem Verfahren der angenehmen Hoffnung in unserm Herzen Raum geben, daß wir nicht einseitige, sondern verhaltnißmäßig ausgebildete und brauchbare Menschen erziehen werden. <:) Freundliche und gute Behänd« lung brr Kinder. Welcher Menschenkenner wird nicht überzeugt sein, daß das gute Benehmen eines LehrrrS, wenn er anders