Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 5)
- Language
- German
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153 b) Zweite Schilderung: von Markus Herz. ׳,Ick lag einst am einem hitzigen Fieber, in welchem meine Pkanlasie mich wochenlang mit tausend Schrecken« bildern folterte. Es hat der Vorsehung gefallen, mich zu rette». Die Zeit hat sie alle aus meinem Gedächtniß vcrlöscht, bis auf Ems, das Gräßlichste von Allem, welches meine Seele wider meinen Willen aufbewahrt, und das, wenn es durch irgend eine Nebenvorstcllnng erregt, in sei« n. Lebhaftigkeit erscheint, mein Gemüth in seinen frohe« sien Stunden niedcrschlagt. Ich schwärmte: von meinen Feinden in ein enges, finsteres Dehältniß zwischen zwei Mauern gebracht zu sein, um da mitten unter einer Menge verwesender Leichname meinen Geist aufzugeben. Der Eindruck dieses Phantoms bleibt in meiner Seele un« auslo'schlich, und stürzt sie oft mit einem höllischen Grin« sin, aus ihrer heitersten Laune in die tiefste Schwer« mnth. Und wenn ich nun dieses tauschende Schattenbild mir als einst verwirklicht gedenke! Wenn ich zwischen euer» stillen Gräbern, o, meine Mitmenschen, meine Freunde, meine Lehrer, beim ruhigen Mond, in süßer Betrachtung über euern gegenwärtigen und meinen künftigen Zustand «mherwandle, und der Gedanke sich in mir erhebt: daß ihr viellucht die Martern jenes Traumspiels in der That habt erleiden müssen, daß, eben jetzt, da die feierliche Stille über euerer Ruhestätte mich so sanft einschwärmt, in dersel« den» vielleicht hier Einer und dort Einer sich in seinem Blute wälzt, seine Brust zerschlagt, und den ewigen Vater um die schnelle Endigung seiner unverschuldeten Oualen fleht! o, dann durchfährt es mein Gebein wie ein Wetttr« strahl z mein ganzes Wesen scheint sich seiner Auflösung zu