Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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'52 niglich liebte, sonst so gern erhalten möchte. Er!zerkratzt und zerfleischt sich. Er beißt seine Finger ab und vrrzchrt sie. Er nagt an seinen Armen, an den übrigen Tbeilen des Körpers, die er nur mit den Zahnen berühren kann, und verschluckt das herausgerissene Fleisch vor Hunger und Verzweiflung. So foltert, so quält er sich selbst; so kämpft er mit den peinlichsten Schmerzen sowohl des Gei« stes als des Leibes. So arbeitet er unter den heftigsten Martern, und nähert sich qualvoll dem Tode, dessen er vielleicht sonst so ruhig, so sanft hätte sterben können, wenn er nicht lebendig wäre begraben worden. O könnte man in eine solche Seele hineinschauen, welche Empfindüng der Traurigkeit, der Verzweiflung und der Deängsti« gung, welche Wünscht nach Rettung, nach Erhaltung des wicderkehrenden Lebens würden wir dann nicht gewahr werden! D, hätten wir in der Stunde seiner Anstrengung, seiner Angst, seiner Beklemmung, unser Ohr an seinen Sarg legen können, welche Stimmen des Klagens, des Jammerns, welche Seufzer, welche Herzensgebete, welche Thränengelübde, welche Ausrufungen nach Hülfe und Er« rcttung würden wir dann nicht aus seinem Munde gehört haben! Wo ist der Sterbliche, der nicht schaudert und bebt, wennn er sich das Schreckliche des Sterbens im Grabe vorstrllt, wo das Her;, das nicht von dem mäch. tigen Wunsche schlägt: O, daß ich nicht einst dieses grau, samen Todes sterben möchte! Und doch ist diese Schilde« rung von dem Grabestode nicht übertrieben, nicht male« risch vergrößert. Nein, sie ist ganz so, wie die traurige Lage der Scheintodten, die im Grabe gefunden sind, sie darstillt