Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Brief des Weltweisen Moses Mendelssohn
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304642-2306999--04234-2307283- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
137 Man sagt, es sei Niederträchtigkeit bei den Juden. Wohl! wenn Niederträchtigkeit Menschenblut verschont: so ist Niederträchtigkeit eine Tugend. ״Wie mitleidig sind fe nicht gegen alle Menschen, wie milde gegen die Armen beider Nationen! Und wie hart verdient das Verfahren der meisten Christen gegen ihre Armen genannt zu werden! Es ist wahr, sie treiben diese beiden Tugenden fast zu weit. Ihr Millciden ist allzu empfindlich, und hindert beinahe die Gerechtigkeit, und ihre Mildigkcit ist beinahe Verschwendung. Allein, wenn doch alle, die ausschwessen, auf der guten Seite aus« schweiften! », Ich könnte noch vieles von ihrem Fleisse, von ihrer bewundernswürdigen Mäßigkeit, von ihrer Heiligkeit in den Ehen hinzusetzen. Doch schon ihre gesellschaftlichen Tugenden sind hinreichend genug, die Göltingischen An« zeigen zu widerlegen; und ich bedaure den, der eine so all« gemeine Verurtheilung ohne Schauern lesen kann. ״ Ich bin rc. VH. Literatur. r. Es ist bekannt, wie patriotisch sich die Israeliten Deutsch« lauds im Allgemeinen, während der letztem ewig denkwür« digen Zeitereignisse durch Opfer jeder Art bewiesen, wie fast überall, besonders in Preußen, sehr viele Israeliten muthig und enthusiastisch die Massen ergriffen, und daß sie, wie insbesondere die verhältnißmaßig vielen Orden des iv. Iahrg. ». Band K