Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Ruinen Babylons
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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98 - funken, und Marder und Iltis und Schakal haben dar« über ihren Weg sich gebahnt. Die mühsam gegrabenen Kanäle, woran die Kunst alle Möglichkeit verschwendet hat, bestimmt ihr Wasser in so mannichfaltiqen Krüm« mungen, in so verschiedenartigen Wendungen den Spring« brunnen zuzusühren, um die duftenden und das Auge durch ihr prächtiges Farbcnspiel ergötzenden Blumenbeete in so vielen künstlichen Formen zu begießen, schütten jetzt ihr trübes Naß in schlammichte Rohrtciche aus, so wie die lieblichen Lustgcfilde, welche die Luft umher mit Wohlge« rüchen schwängerten, in faule Sümpfe verwandelt, jetzt giftige Dünste aushauchen! — Der Fluß, welcher sonst majestätisch die Stadt durchströmte, in dem marmorne Palläste, vergoldete Thürme und mit der Natur wettei« fcrnde Bildsäulen sich spiegelten, und dessen Wellen von unübersehbaren Dämmen beschränkt waren, dieser Fluß hat nun ausrühnsch die festen Bollwerke untergraben, über den Haufen geworfen, und einen Theil der Ebene unter Wasser gesetzt, so daß da, wo sonst der Aufenthalt von Millionen war, deren Entwürfe über die Zeit hinausreich, tat, deren Unternehmungen Menschenkräfte zu übersteigen schienen, j tzt Rohrdommeln nisten, und Wassergewürme ihre feuchten Wohnungen aufgeschlagen haben. So mußt« dein Stolz gebeugt, dein Hochmuth ge« d müthigk werden, übcrmüthiges Babel, die du dem Felseuschutz Israels Hohn gesprochen, seine Warnungen ver. lacht und seinen Drohungen getrotzt hast! — So warb der S.ttere Kelch, den du sonst Jerusalem in großem Ue« fccrnmf;■ smidu hast, auch von dir in vollen Zügen ge. truiikiN. So sähe diese Gottesstadt in eben den Tagen