Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Ruinen Babylons
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 8)
- Language
- German
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97 Reste der obersten Gewölber und Saulengange, die an denselben schneckenweise hinan sich wanden, scheinen die Ruinen des berüchtigten Tempels des Del anzu;e>gen, dessen Spitzen «Hedem über die Wolken ragten, von wo du den Sternen die Bahn, der Sonne und dem Monde ihren Lauf vorschriebst. Dort in weiter Entfernung laßt ein anderer Echutthügcl die Grundlage des alten Schlosses deiner Mo« narchen, und einige zerfallene'Bogen jene Brücke vermu« then, die zu dem berühmten Platze führte, auf welchem ehedem unter dem Schutze dreifacher Mauern die einst un« übcrwindlich geglaubte Burg Nebukadnezars stand, in dessen Nähe die alle Kunst erschöpfenden Garten auf Marmorsäulen in majestätischer Pracht sich erhoben. Wie wenig ist von diesen, nach dem Sinne ihrer Er« Hauer, der Ewigkeit trotzenden Gebäuden übrig. — Ver« schüttet liegen die Säle, dir mit verschwenderischer Pracht eingerichtet zu großen Gasigeboten, zu üppigen Trinkge« lagen, geschmückt mit den prächtigsten Bildsäulen, geziert mit den kostbarsten Tapeten waren; Säle, deren Tischt von den schmackhaftesten Speisen strotzten, auf denen in vollen Pokalen die ausgesuchtesten Weine perlten, und aus goldr« nen Rauchgefäßen balsamische Wohlgerüche in schwelgeri« scliem Ueberfluße dufteten; Säle. in denen den Geladenen, gelagert auf Bettgestellen von Elfenbein» belegt mit Dek« ken von Byssus, Seide und Purpur, Genüsse aller Art, sich darbotcn; wo Ehöre von schönen Knaben und Gruppcn von Mädchen!11 Engelgesialt» Tänze aufführten, die zur Wollust einladcten; — die Hunderten der Thore, wo Tausende in tosendem Getümmel zu allen Stunden sich ein. und ausdrängten: mut sind sie tief in der Erde ver«