Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Ruinen Babylons
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 5)
- Language
- German
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94 Windstoß zusammengepreßt, sich plötzlich ihrer Wassermasse entledigen, in unaufhaltsamen Fluchen sich ergießen, und alles sich ihnen in den Weg Dämmende mit allzerstörender Gewalt mit sich reißen, so brach der traurige Sturz Ba« bels em, und das wüthende Verderben breitete seinen ver« pesictcn Hauch über die ganze Gegend aus. S ch a r e; a r. Oft wenn ich auf jenem Hügel saß, gelehnt an einer Felsenwand, und meine Lämmer unter dem Schatten des Gesträuchs vor den brennenden Sonnen« strahlen sich bargen, meine Ziegen auf den Felsen umher« kletterten» und die aus einzelnen Ritzen sparsam anfschies« senden Keime des jungen Gesträuchs, oder das Laub eines etwas starkem Astes, benagten, oder das Mooß von der Felsenwand leckten; wenn der von diesem Felsen in das Thal sich mit donnerndem Getöse herabstürzende, auf den Abstufungen schäumend sich brechende Waldsirom, mich zur Schwermuth stimmte; wenn in dieser Stimmung sich meinem Blicke in weiter Ferne diese grause Einöde, diese vielfältigen Schutthaufen, diese hervorragenden nntMooß bewachsenen Trümmer von Mauern, Thürmen und Zin« nen darstellten, dachte meine Seele dem Grunde dieser gräulichen Verwüstung nach. Ich verlor mich in Gedan« ken, sann und dachte oft, bis der letzte Sonnenstrahl vom Jenftits des Eebirgs mich an die Heimkehr ermahnte, und nie war ich im Stande es zu erdenken. Menschenhände, aufgrfordert von Hab׳ Herrsch, oder Rachsucht, dachte ich, waren es freilich, die diese Zerstörung zunächst beför« drrten, allein was vermag Menschenmacht, ohne Willen des Alllenkenden, der über den Sternen thront? Ist sie mehr als Mittel in Gottes Hand, bestimmt um das zu