Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über den, im Allgemeinen Anzeiger der Deutschen Nr. 125 befindlichen Aufsatz: Über die Juden in Deutschland
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 9)
- Language
- German
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Frankfurt, und in andern Städten erhielten sie kaum die bürgerlichen Rechte, als sich sogleich Gesellschaften bildeten, welche bedeutende Summen zum Aufdingen jüdischer Lehrsinge bei Handwerkern, (die sich's zum Theil gut bezahlen ließen) zufammenschossen, und die Zahl jüdischer Hand- Werker wird mit der Zeit gewiß zunehmen. Dauert es doch »ftJahrhunderte, bis der kleinste eingeschkichrne Mißbrauch verbessert, das kleinste eingewurzelte Vorurtheil hinwegge« räumt wird, und der Jude soll sich auf einmal, vH« «e sonderliche Aufmunterung, umkehren und umschmelzen! Lei ihm allein soll der Gang der Natur nicht Statt finden! Was jener Aufsatz von Erfüllung gleicher Pflichten und von der Untauglichkeit des Juden in unsere bürgerlichrn Gesellschaften seinen Vorgängern nachsagt, bedarf seiner Widerlegung. Die Juden haben überall Beweise gegeben, daß sie die bürgerlichen Pflichten eben so gut, als jeder andere zu erfüllen bereit sind» wenn man es ihneu gestattet» und sie paffen eben so gut in unsere Gefellschasten, als Quaker, Herrnhuter und andere Setten. Wenn man aber noch jetzt von Gesetzen über den Gebrauch der deutschen Sprache in den Handlungsbüchern und Briefen, und über die Annahme von Familien-Namen spricht, so verräth dieß eine große Unbekanntschaft mit den neuem Verordnungen, durch welche solches fast überall eingeführt worden ist. Eben so verräth es einen großen Mangel an Welt- und Menschenkenntniß, wenn der Verfasser jenes Aufsatzes das Heil des Staats durch den Uebertritt der Juden zum tzhristenthum sehr befördert glaubt. Jeder Mann von Er-