Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 23)
- Language
- German
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30 unvernünftigen Thiere herab. So verkennen sie ihren wahren Beruf, wahrend die, freilich weit kleinere, dritte Klasse, die Auscrwählteu und Besten, die ihr zugetbeilten Lebens-Momente, gleich dem frommen I.nmling, ganz anders benutzen und zu weit edlern Absichren onwenden. Dabei verachten sie auch keinesweges des Lebens schönen Güter: Sie erkennen in ihnen die unentbehrlichsten Mittel zu so viel edlen Zwecken. Dorsichtig im Genüsse, verstehen sie die große Kunst, das Süße aus der Freude zu ziehen und das Gift darin zu lassen. Der Tod erscheint — des Königs Abgesandter im Garten. Unter heftigen Schmerzen und Wunden geben die verweichlichten Wollüsilinge ihren Geist auf. Ach, sie sier» den mit dem Bewußtsein. sür ihr besseres Ich nichts ge« than zu baden. Sie trennen sich ungern von den Freu« den der Erde, die ihnen im Leben alles, alles waren; aber sic unterliegen dem gewaltigen Rufe. Die, deren Seelen so sehr an den schimmernden Götzen hingen, möchten gern ihren Schutz und Trost mit sich nehmen, ihn, dem sie ihre Tage geweihet haben; aber tkörichrer Wahn! Es folgt ihnen nichts nach, und cs be« stätigt sich an ihnen des ftoimneu Hiob's Spruch: ״Sie kamen nackt auf diese Erde, Nackt kehren sie zu ihr zurück. — Aber auch denen, dirdenSinndesLcbensbes« fei faßten und wohlverstanden ausübten-