Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 18)
- Language
- German
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*5 fand ti aber auch nicht für unstatthaft, einige wenige der herrlichsten Kleinodien zu sich zu nehmen, um von denselben einen wesentl ichen Gebrauch zu machen. Eine lange Reih« von Jahren war verflossen, als ein Abgesandter jeneweisen und mächtigen Königs im Gar» len anlangte, um die Jünglinge nach ihrer Heimath zu bescheiden: ein versiegeltes, wohlverwahrtes Echreiben von des Königs Hand gab dem Austrage Kraft und Wahrheit, unverzüglich dir Rückreise anzutreten. Ungern und mit Schaudern trennte sich der verweich» lichte, wollüstige Solal von der reichenVorrathskammcr, die so überflüßlg für seinen Leib gesorgt. Er war gefesslt an träger Ruhe und wähnete ewig hier zu verbleiben. Doch er mußte gehorchen. Mit vieler Anstrengung erhob er sich von dem üppigen Sitze der Wollust, und schlich dem Ausgang: des Gartens zu. Doch er kam nicht weit. Denn er war kaum tausend Schritte gegangen, so wirkten die veränderte Luft und dir veränderten Speisen dergestalt auf seinen verzärtelten Körper, daß er bewußtlos zur Erde sank und — der Geist entfloh dem zerrütteten Leibe. Mit geringerm Schaudern erfuhr der geitzige A ssa f die angekommenc Kunde. — Nun, dachte er, kann ich meine gesammelten Schätze in Sicherheit bringen: S i r fo l» gen mir. Er schleppte sich mühsam fort, kroch gleich einem Lastthiere auf Händen und Füßen. Ließ war indessen schon seit mehrern Jahren die gewöhnliche Art, sich von einem Orte zum andern zu begeben. Als er an dem