Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 8)
- Language
- German
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״Der Mensch ist mehr al? Sinnenwesen Sichtbarer Säwnheit, inst und Glanz. Wie herrlich auch, wie au-'crlesen. Sie stillen seinen Du>st nicht ganz. Ihm hauchte Gott zu höhcrn Kräften Tief seinen iebensedcm ein, Schuf ihn zu edlern Geschäften, Schuf ihn ein Geist, ein Seist zu sein." Doch auch in de: Befriedigung jener edlern Be» därfuisse, so sehr sie auch meiner Natur gemäß sind, und mein besseres Selbst in Anspruch nehmen, ist meine Be« siimmung bei weitem noch) nicht erreicht: ich bin zu ho', Hern Dingen auf Erden gesetzt. In meinem Innern entspringt ein LebenSquell, der noch reiner, noch ungetrübter ist. Ich fühle es wohl, daß ich nicht bloß für mich allein, für mein eigenes Vergnügen, für mein eigenes Glück zu sorgen ins Dasein gekommen bin; ich habe Neigungen in mir entdeckt, dir sich auf andere We« sin, auf Anderer Wohl und Bestes beziehen. Ich fühle Triebe in meiner Seele zu dem, was schicklich, was anständig, groß und heilig ist. Ich fühle Mich gestärkt und crh iLe.׳., wenn ich das Wohl meiner vernünftigen Nebengeschopfe befördert, wenn ich einem Unglücklichen beigestanden, wenn ich einen Kranken ge« labt, einen Hungerigen gespeist, wenn ich die Fürsprecherin» eines Unterdrückten, die Retterin» eines Unschuldigen ge« worden, wenn ich aus meinen Mitteln für dm Unterricht armer Kinder gesorgt, für die Bildung ihres Geistes und Herzens gesprochen und gehandelt habe. Noch mehr: ich fühle mich erheitert, wenn ich einen Andern diele Lhaten