Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 6)
- Language
- German
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Dieß kann und darf alfo weder meine noch überhaupt des Menschen Bestimmung sein! Die Freuden der Sinne mäßig genossen, belehrte mich öfters die zärtlich bedichte Mutter, erhalten; unmäßig und zu oft wiederholt, vergiften und tobten sie unser Leben. Muten im Paradiese des Lebens, fuhr sie fort, steht der Danm der Freude, süß ist seine Frucht; doch wird er be« wacht von den beiden Cherubim Nüchternheit und Mäßigkeit. Laß dich nicht von der giftigen Schlange der heftigen Begier nach dem Genüsse reizen, um nicht auf immer aus diesem Eden verjagt zn werden. Mit Vor. sichtigkeit und Behutsamkeit pflück: deö Lebens schöne Blumen, wenn sic im Kranze der Freude und an beincm Buse» duften und entzücken sollen. Genieße berge« sialt, daß dem Genüsse keine Reue nachftlgt, nnd die Lust keinen Schmerz und keine Lhräncn erzeuge? ״Denn wisse, daß der Herr Dich über deine tust Zur Rechenschaft einst zieht. ,r Weit froher und vergnügter und seliger — und dieses vcrrath» daß es Ein Theil meiner Bestimmung sei — machte mich eine ganz andere Art von Freuden, welche, nicht bloß für meine äußern Sinne, nicht so leicht zu er. schöpfen sind, Freuden, die mich so innig erheitern, so hoch erheben und stimmen, daß ich mich zuweilen von den Erde entfesselt und in bessere Welten versetzt glaube: Es sind die, welche man mit Recht die geistigen Fre:> den nennt. Jene habe ich mit denThiercn gemein, diese