Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Orobio
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 423 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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425 ten ihm auch hier die gefälligste Aufnahme, und nicht nur feine Glaubensgenossen, sondern auch die Bekenner der christlichen Confessionen ehrten und schätzten ihn ungemein. ~ Damit er anständig und seinem Charakter gemäß leben konnte, verliehen ihm seine Religionsgenossen dieser Haupt« stadt eine der ehrenvollsten Rabbinerstellen, der er auch bis zu seinem Tode — der 1663 erfolgte — mit Auszeichnung Vorstand. — Seine zahlreichen lateinischen Werke, die größtenteils aus theologischen Abhandlungen und Kontroversen bestehen, sind in einem;war gedrängten, nicht aber so reinen Etnle als die Epanischverfaßten geschrieben, welche letztere an Eleganz des Ausdrucks und Korrektheit der Schreibart nichts zu wünschen übrig lassen. — Scharf, und Tiefsinn waren ihm beide in gleich hohem Grade egen; und obwohl seinem angeerbtcn Glauben aiihanglichst ergeben, konnte er es dennoch nicht ertragen, wenn man unglimxflich von den Bckenncrn anderer Religionen sprach, ringeachtet ihn unter diesen manche, wie erwähnt, nicht wenig hart und grausam behandelt hatten. — Orobio war von sanftem Charakter und zuvorksmmen« dem Betragen. Nicht weniger sianden heiterer Witz und muntere Laune ihm bei jeder Gelegenheit zu Gebote, so daß er eine uiuiiiterbrochcne Heiterkeit und einen stete» Frohsinn zeigte, die auch i» seinen unglücklichsten Tagen, sa lange er seine vollkommene Vernunft hatte, ihn nicht ver« kaiscn hatten. — Da er von kleiner Statur und nicht starker Leibcsconstitution war, so ist es noch mehr zu b?«