Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Menschenfreundliche Charakterzüge
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 7)
- Language
- German
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Kaum war P. eine halbe Stunde bei ftlnem Freunde, als er, o!me diesem zu sagen wohm, sich weg machte, und zum Pfarrer B. eilte. Eben war dieser mit einer Predigt auf den nächsten Tag beschäftigt» als plötzlich die Lnüre aufspringt, und «in wohlgekleidettr Mann zu seinen Füßen stürzt. Erschro» iken fahrt er auf, und hat kaum Kraft genug» sein Ersiaunen auszudrücken. ״Dieser Auftritt muß Eie über» raschen, ruft p., noch immer auf den Knien; ich will Ihnen denselben mit ein paar Worten erklären. Ich bin P., ein Freund Daniels. Ohne mich zu kennen, haben E!e vor mehrern Jahren mich, auf Daniels Vermilt» lunq, durch ein Hemd gerettet, und meinen jetzigen Wohlstand veranlaßt. Ich bin nun doppelt glücklich, da ich Ihnen in dieser Nachricht gewiß Ihren erwünschtesten Dank bringen kann." Jetzt besann sich B., dankte Gott für die wunderbare Lenkung, schloß oeu Fremden in seine Arme, und zürnte halb dem Daniel, daß er ihn verra» thcn. Indessen wurde dieser doch.gerufen, und das neue und alte Bündniß bei einer Flasche Rheinwein geschlossen und erneuert. Als P. den andern Morgen abgereist war, fand Da» nie! in seiner Schlafkammer einen Geldbeutel, nebst einem rührenden schriftlichen Andenken seines Freundes. Büschc!1 thak-