Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Menschenfreundliche Charakterzüge
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 2)
- Language
- German
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324 ward sein Wunsch erfüllt. Der gedachte C»ndikus ließ die IsraelitischenGemeaideglieder zudem Ende versammeln. Alle, ohne Ausnahme, erschienen in der neuerbantcn, schonen Synagoge, inbrünstig wurde» dort die üblichen Gebete von den versammelten Israeliten für die Genesung des kranken Christen verrichtet und bei dieser Gelegenheit, wie gewöhnlich, den Armen gespendet. D. §-l. K>rchengebet eines christlichen Predigers für die Seele eines Juden *). Samuel N... war ein Pferdehändler, und wohnte in M.» einem kleinen Orre im Rhein - und Mosel > De« partement. Cr hatte einen einzigen Sohn, welcher die Stütze und Freude seines Alters war. Einst sandte er diesen nach den Niederlanden, um Pferde daselbst ein;», kaufen; ach! cs war die letzte Reise des Unglücklichen Don einem Pferde gefährlich getreten, sank er dahin, um nie wieder aufzusiehen. Man denke sich den Schrecken des alten Vaters. Er jammerte, und die ganze Gemeinde, Juden und Christen, jammerten mit ihm; denn beide, Vater und Sohn, waren ihrer Rechtschaffenheit und ge. genseitigen Anhänglichkeit wegen, allgemein geliebt. In der Trauer besuchte den Samuel auch D., der Pfarrer *) Folgende zwei Anekdoten — ein schöner Beitrag zur wahren Aufklärung — werden von dem Erzähler, der Thatsache nach, als wahr verbürgt.