Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Gedichte
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 4)
- Language
- German
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Und als er einst vor seiner Hütte In später Dämmerstunde faß, Da nabt ein Weib mit wankem Tritte, Das Aug von heißen Thräven naß. Die Fuß' umschnürten ihr Sandalen, Dir Hand hielt einen Knorenstvck; Und vor der Abendröthe Strahlen Barg ste rin weiter Pilgerrock. So nahte sie des Klausners Schwelle, Der freundlich ihr entgegen trat, Und sie in seine Friedcnszclle Mit liebevollen Worten bat. Voll Gram'ü beginnt sie hier die Beichte, Die Schuld bekennend, die sie drückt Als plehlich er beim Schein der Leuchte Ihr wonniges Gesicht erblickt. Du bist, ruft er mit blassem Munde, Unglückliche, erkenn' ich recht . . - «Ich heiße, spricht sie, Kunigunde, Und bin aus fürstlichem Geschlecht. Mich knüpften unschuldvolle Triebe An einen heißgeliebten Freund, Der, unbekannt mit meiner Liebe, In Elend sein Geschick beweint/' ״Bewußt war mir fein leises Hoffen, Ich rhcilee seinen stillen Schmerz; Von gleichem Liebcspfeil getroffen, Umfaß!׳ ich sein gequältes Her;. —