Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Zustand der Juden in den Ländern der Barbarei
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 12)
- Language
- German
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266 Aber diese wiederholten Beweise von Treue und An« hänglichkeit schien Spanien mit der Zeit ganz wieder zu vergessen; denn als im Jahre 1669 der spanische Gouver« ncur von Oran, der Marqms de los Velez, bei der Re« gcntin Maria Anna von Oesterreich, um die Vertreibung der Juden aus dieser Stadt, ansuchte, erhielt er es auch wirklich bewilligt. Er vertrieb nun die Juden am 14ten April bemeldten Jahrs ganz aus der Stadt, riß ihre Sy« naaogc daselbst nieder, und bauete an ihrer Stelle eine Kirche im Namen des Krisio de la Paciencia, oberhalb deren Portale eine spanische Inschrift gesetzt wurde, die sowohl das ehemalige Daseyn einer Synagoge an die« sem Orte beurkundete, als auch das Jahr und den Tag der Vertreibung der Juden aus der Stadt bezcich. nete. Die Mauren eroberten im I. 1708 diese Stadt von den Spaniern wieder, und bald darauf bezogen sie auch die Juden von Neuem, deren Synagoge an ihrem ehe« maligen Orte nun wieder erneuert wurde und zwar — ohne Inschrift oberhalb ihres Portals. Unter allen Städten der Barbarei ist Fez unstreitig die größte; sie ist aber auch die zndenrcichste. Denn man zahlt deren daselbst bis auf 25000, unter denen viele Be« sitzer großer Reichthümcr sind. Fez wird bekanntlich durch den Fluß gleiches Namens in die alte und neue Stadt getheilt. Die Juden hatten von jeher in ersierer ihr Quar« tier, da sie aber dort bei dem jedesmaligen Absterbcn ei« lies Königs den Plunderungen des Pöbels ausgesetzt wa« ren, so erlaubte ibncn endlich König Abusaid im Anfänge des fünfzehnten Jahrhunderts ihren Sitz in letztre zu ver«