Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Betrachtungen am Neujahrstage, über die Flüchtigkeit, den Wechsel und den großen Werth der Zeit und über die Anwendung derselben
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 12)
- Language
- German
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2;4 und befiehlesc dem, dem du gestern noch gehorchen mußtest; heute strecktest du deine Hand den: mitleidigen Neichen entgegen, uni von ihm eine milde Gabe zu cm«^ pfangcn» und morgen spendet diese Hand selbst und schreibt Gesetze vor — so wandelbar und schnell wechselnd sind die Freuden und di: Leiden hienieden, und kein Erdensohn, mag er auch noch so weise seyn, kann diesem Wechsel entgehe:׳, und auszuweichen suchen! Laßt uns jetzt, meine Freunde! in das vergangene Jahr z»rückftl׳a׳.!e!1, um diesen Wechsel der Begebenheiten, vielleicht in unseren eignen Kreise anschaulich wahrzuneh« nehinen! Wer weiß, ob cs nicht so manchen unter unfern Freunden und Bekannten giebt, der das vorige, nun völ« l!g abgelausene Jahr im reichen Ueberfiuffe angetreten hat, und der jent in Kummer und Elend darbt und sein traur!ges Schicksal beweint! Wie mancher Vater und wie manche Mutter, die das verflossene Jahr in dem fröhlichcn Zirkel der ihrigen fcyerten, zählen heute nicht mehr so viel geliebte Häupter, und trauern vielleicht um ihre einzige Stütze, die ihn:» der nichts scheuende Tod geraubet. Wie mancher Sohn mag sich in diesem Jahre um seinen Vater betrüben, der ihm in dem vorigen noch Schutz und Schirm war, und wie manche Tochter mag in diefern Jahre um den Verlust ihrer wohltkatigen Freundin, um ihre geliebte Mutter seufzen; wie manche Gattin um ihren Gatten Thrancil des Jammers und der Erinnerung weinen. — Wie mancher Arme mag sich indessen wiederum erhoben haben, wie mancher sonst Kranke und Elende mag jetzt einer blühenden Gesundheit genießen! Wie man-