Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Nachrichten aus dem Königreiche Westphalen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Rede. Unter den mannigfaltigen weisen Einrichtungen des gütigen Schöpfers, erscheint uns folgende als eine be« sondre Fürsorge, für die Thatigkeit und das Streben der Menschen, also auch höchst wohlthatig und zweck« mäßig. Es ist: die Eintheilnng der Zeit, oder der Ab« schnitt zwischen Vergangenheit und Zukunft, der dem Menschen Ruhe, Erholung, Ruckerinnerung und Auf« munterung gewahren und andeuten soll. Die Geschichte der Schöpfung, wie sie uns die heilige Schrift darstcllt, weiset darauf hin, indem nicht nur jeder Art von Ge« schöpfen ein besondrer Tag oder Zeitraum bestimmt war, nach welchem, und bis zum Beginnen des zweiten Tages, einige Augenblicke (wenn auch nur in unserer Vorstellung) Ruhe erfolgten; sondern auch nach vollen« detcr Schöpfung, der siebente Tag als ein Ruhetag von Gott selbst festgesetzt wurde. Er, der Schöpfer, be« durfte der Ruhe nicht, auch hörte er nicht auf zu wirken, denn er ist allwirksam; die Welt bedarf immer seines Willens, wie seiner Güte und Gerechtigkeit, wenn sie fortbestehen soll. Allein die geschaffnen Wesen, die Kräfte ihrer Natnr, die ihnen zum Selbst « und Fort« wirken verliehen sind, bedurften Zeit zur Entwicklung ihrer Thatigkeit, und damit ihre Gesammtkraste sich ge« hörig ausdchncn und vertheilen konnten, je nachdem sie zum Bestehen und Erzeugen mehr oder weniger nöthig scyn soll« ten. Gott bestimmte diesen siebenten Tag zum allgemeinen Ruhetag für die Menschen, die ihn erkennen und verehren, damit sie sich von den Arbeiten einer ganzen Woche erholen sollen, und nach den mancherlei Beschäftigungen