Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Schriften von und für Israeliten [Rezension]
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 12)
- Language
- German
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105 A. Nein, sondern viele Ausdrücke müssen im uneigent« lichen oder figürlichen Verstand genommen und erklärt werden. F. Welche zum Beyspiel? A. Diestn'-gen nämlich, welche Gott Körperlichkeiten, oder seiner unwürdige Eigenschaften beilegen; als Angesicht Gottes, Hand Gottes, Augen Gottes, Ohren Gottes u. d. g.; oder: Zorn Gottes, Gott bcreuetc, war in sich bettübt, u. d. g. F. Warum bedient sich aber die heilige Schrift dergleichen Ausdrücke? A. Um sich dem sinnlichen Menschen, welcher für die höhere geistige Sprache keinen Sinn hat, verständlich zu machen. F. Ist der Haß und die Verfolgung, welche Moses in seinen Büchern gegen gewisse Völker empfiehlt, auch gegen die Völker jetziger Zeit erlaubt? A. Nein; jene Verfolgungen galten nur den Völkern jener Zeit, welche, wegen ihrer verderblichen Sitten und Ge« bräuche, der menschlichen Gesellschaft sehr schädlich waren. F. Wie müssen wir uns aber mit den jetzigen Völkern verhalten? A. Mit ihnen in brüderlicher Eintracht und Liebe Ceben, weil sie nicht nur den wahren Gott verehren, sondern auch die Tugend lieben, sehr menschlich gegen einander, so wie gegen das jüdische Volk handeln. F. Giebt es außer den fünf Büchern Moses noch hei« lige Bücher? A. Ja; nämlich die Bücher der Propheten, der from« men Israelitischen Könige, und aiidere heilige Bücher. iv Zahrg. 1. Band H