Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 21)
- Language
- German
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Wissenschaft wird es der weit bringen, der blos zum lei. deutlichen Empfangen geeignet ist! überstandene Schwie« rigkeiten sind die Würze und Antriebe alles Wirkens, und wer dieses nicht gefühlt hat, kennt den Werth der Wissen« schäften nicht. Eine Stunde des eignen Denkens, eine selbsigefundene Wahrheit, selbsterworbene Kenntnis; führt den Schüler weiter, als viele Lehrstunden. Laßt daher euren Kindern Zeit über das Gelernte nachzudenken, sich sclbstthatig zu üben, und ihr bewirkt mehr durch dieses Nichtsthun, als durch das unaufhörliche Lehren und Eingießen. Glaubt ihr aber, daß eure Kinder in emem Gegen, stände zurückbleiben, so wendet euch an die Lehrer der Schule, die das Kind am besten kennen, und geht mit ihnen gemeinschaftlich zu Rache, ob vielleicht hier und da eine Nachhülfe nöthig und ersprießlich sey. Auf diese Weise werdet ihr zugleich dem Jrrthum verbeugen, gerade in solchen Dingen Privatstundcn zu halten, die es am wenigsten bedürfen, und andere zu vergessen, wo es nützlich seyn mochte. Gern werden die Lehrer euch ihre offenherzige Meinung mitthcilen, da keine Nebenabsichten hier im Spiele seyn können. Es verdient indessen bemerkt zu werden, daß die Schüler, deren wir uns am meisten zu erfreuen haben, ihre Kenntnisse nur der Schule und cig« nem Fleiße verdanken. Wenn ich, verehrte Eltern, in diesen Blattern über manche wichtige Punkte meine Meinung freimüchig ausgesprochen habe, so war es weder Interesse noch Tadelsucht, was mich dazu angctricbcn; nur Ucbcrzmgung von