Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Juden in Rom
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 19)
- Language
- German
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21 stcn hingegen zogen nach Babylon, das ihnen nächst Aegypken durch die siebcnzigjahrige Gefängnis; ein zweites Vaterland geworden war; denn thcucr und mivergeslich bleibt dem Mensche» auch der Boden, den seine Thränen in der Bebrängniß benetzt haben; kehren ihm glückliche Tage wieder, so erzählt er es gern derselben Natur, die noch von seinen Leiden zeugt, und er findet Trost in ihr, wenn neues Mißgeschick über ihn verhängt ist. Indessen waren die Christianer im römischen Reiche zahlreich und mächtig geworden; umsonst muhten sich die Kaiftr, und zuletzt noch Diokletian und ft,ne Mitregcnten, ihren Glauben mit Gewalt anszurotten; in allen Stauden bekannten ihn unzählige Familien, und im dreihundert und eilften Jahre ihrer Zeitrechnung empfing ihn auch Konstantin, unter den Casaren der erste. ES war dieses kein glückliches Ercigniß für die Genoßen des alten Bundes; denn die Kirche, die vor kurzem noch der Verfolgung unterlegen, übte sie jetzt selber» ihre vergangene Leiden gleichsam an denen rächend, die sic oft mitgetragen hatten. Schon ihre Konzilien zu Illiberis und Nicaa verhängten Schmach und Kränkung über die Juden. Konstantin erneuerte das Verbot der Aufnahme von Heiden und Christen in den jüdischen Glaubensbund, und untersagte den Juden christliche Sklaven zu halten *). Auch die Freiheit von Uebernehmnng des Dekurionars und der Hvfämtcr, die ihnen im unwiderruflichen Gesetz Septimius Severus vergünstiget worden, benahm er ihnen ans An- ) Eustb. Vita Const. Cap. XXVIII.