Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Juden in Rom
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 8)
- Language
- German
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10 fett sie einen Altar, den letztere dem Kaiser zu Jamnia errichtet hatten, und der ernsten Anmurhung desselben, sein ehernes Standbild in den Tempel des alleinigen Gor« tcs aufzunehmen, setzten sie die furchtloseste Weigerung entgegen. Dieses mußten ihre Brüder zu Rom entgelten, denen cs damals sehr elend erging. Auch von der Gemeinde zu Alexandrien in Aegypten kamen jetzt Abgeordnete nach Rom, um Schutz gegen die Wurh des alexan- -rinischen Volkes und vom Casar Schonung ihres Gottesdienstes zu erstehen. Philo, ein edler und angesehener Mann aus Alexandrien, war an ihrer Spitze. Caligula gab einen Augenblick nach; solche Verblendung und Verwegenheit, wie ihn die Glaubenstreue der Juden dünkte, setzten ihn in Erstaunen; auch achtete er des Königs Agrippa, der jetzt mit morgenländischer Pracht in Rom lebte. Bald aber erwachte des Kaisers tho'richter Wahn vom Renen, und er würde wohl feiner geschmähcteu Göttlichkeit eme blutige Sühne gebracht haben, hakte ihm nicht der Tribun Charea das Leben gekürzt. Aber Claudius, obwohl dem Agrippa gewogen, und verpflichtet für geleistete Dienste, war doch den Juden nicht holder; er schloß ihre Tempel und vertrieb sie aus Rom. Die christliche Religion war damals aus Judäa nach Griechenland und Rom gebracht worden, und hatte die Gcmükhcr vieler Heiden bewegt und gewonnen, bald aber auch alle Greuel der Verfolgung ans die Häupter ihrer Bekenner gezogen. Haß und tirannischer Argwohn umfaßten da, in ihrer blinden Wurh, sowohl das Volk, aus dessen Mitte der neue Glaube hervetgegangen war, als auch