Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1811)
- Article
- Israelitisches Schulwesen
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 10)
- Language
- German
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unserer Seele, wir unter zentnerschwerer Last ihre Brust sich mühsam hebt, wie krampfhaft eine jede ihrer Muskeln sich verziehet, wie bleich, wie entstellt, wie kraftlos sie da liegen. Stellt Euch, um das Gemälde zu vollenden, jahlreiche Kinder, die Hände ringend, in Thronen zer« fließend um ihr Lager versammelt vor, wie jedes derselben sich bemühet, den kalten Todesschweiß von der Stirne ihrer scheidenden, nun auf ewig scheidenden Eltern wegzu« küssen; wie jedes derselben Tage von seinen Tagen und Jahre von seinen Jahren hingebcn würde, um das theuerste» das geliebteste ihres Lebens erhalten zu können. WaS stärkt bei dieser Trennung, bei diesem härtesten der Käm« pfe, diese hinscheidendc Eltern? Was spricht ihnen in die« fer entscheidendsten aller Stunden, in diesem wichtigsten der Augenblicke Hoffnung, Trost und Muth zu? — Warlich 1 nicht prächtige Palläste, nicht vollgepfropfte Waarenlager, nicht Lasten Goldes, die sie ihren Kindern hinterlassen, sind es, die sie wegen des ihren hinterblribenden Lieblingen bevorstehenden Schicksals beruhigen kann. Erfahrung hat sie von dem Unbestand und geringen Werthe der äu« ßern Güter zur Genüge belehrt, hat sie hinlänglich über« zeugt, daß diese Güter in Ansehung ihrer Dauer, einer Seifenblase gleichen. Ein Hauch — und sie ist nicht. Einzig das Bewußrseyn: ״Ich habe lebendigen Sinn für Tugend ״und Rechtschaffenheit in das Her; meiner Kinder gelegt; ich ״habe durch Rath nnd That, durch Worte und Beispiele, ״Gefühle der Religion m ihrer Brust rege gemacht; Gefühle, ״die weder die Lockungen des Ueberflusses, noch der Kummer ״und die Beschwerlichkeiten des Mangels zu unterdrücken im ״Stande sind; Gefühle, die sie auf jedem Standpunkte, wo«