Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 22)
- Language
- German
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321 Letzter» Gesellschaft erscheinen, würde man wohl sehr vor. rheilhaft von euch urtheilen? Dieß beweist die Nothwentigkeit, nie an öffentlichen Oertern, besonders in eurem ersten jugendlicheil Alter, ohne Aufsicht und Leitung eurer Freunde und Verwandten zu erscheinen, deren Verstand und Weltkenntniß sie geschickt machen, diejenigen Personen zu unterscheiden, mit denen Ihr einen sichern Umgang pfle« gen könnt; die euch warnen und deren Ansehen euch vor Beleidigung, oder Ungezogenheit schützen kann. Leider aber wünschen junge Personen immer einer solchen Beglei« tung aus dem Wahne überhoben zu scyn, daß ihnen da« durch ein Zwang auferlegl werde. Aber wißt, daß dieser Zwang höchst schicklich und anständig ist, und auf keine Weise sollte zurückgcsetzt werden, wenn Ihr nicht diese Verwüster -er weiblichen Ehr« zur Annäherung einladen wollet, die in der größten Entfernung sollten gehalten wer« den. Aus diesem erhellet also, daß ihr an öffentlichen Oer» tern schwerlich vermeiden könnt, mit erklärten Wüstlingen, oder solchen Personen zusammen zu kommen, die, da sie selbst nichts von Tugend wissen, die eurige lächerlich zn machen suchen. Ohne Gefühl für moralische Schönheit werden sie sich bemühen, euch zu überreden, daß diese ein bloßes Hirngespinnste spcculativer Schriftsteller, oder sol» cher Menschen sey, die gern empfehlen, was sie selbst weder fühlen, noch ausüben. — Die Unrichtigkeit dieser Behauptung aber zu bcweiftn, brauche ich euch bloß auf die Ehrerbietung und Hochachtung zu verweisen, die man noch immer für tugendhafte Frauenzimmer hat. Durch ül Jahrx. - Hand. Z