Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1811-01-01 · 1 Bd. 5 H. (1811) · p. Seite 305

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Dritter Jahrgang 1810-1811
Issue
1 Bd. 5 H. (1811)
Article
Einige Worte an junge Frauenzimmer
Date
1811-01-01
Page
Seite 305 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2304627-2304628-2304630-10858309-2305693--03323-2306138
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ן0? besitzen, oft ein Opfer der schönen Versprechungen und schmeichelhaften Vorspiegelungen solcher lüderlicher und leichtsinniger Wollüstlinge werden. Daß also gerade das, worauf sie sich so viel zu gute thaten, am Ende eine Quelle des Kummers und Elendes wird. Die Schönheit ist also Versuchungen ausgesetzt. Sie zieht eme mehr, als gewöhnliche Aufmerksamkeit der Welt auf sich, und diejenigen, die sie besitzen, haben sich weit mehr vor Betrug und Schmeichelei zu fürchten. Sir sin« det aber oft einen Beschützer im Stolze selbst. Wie de« müthigend muß es dann für die hochmüthige Schöne seyn, wenn sie sich am Ende verachtet sieht! Sie wird sich viel» leicht über die Ursache wundern. Ihr getreuer Rathge« ber, der Spiegel, wird sie überzeugen, daß die Schönheit, wie die schönste Blume, endlich verblüht und hinwelkt. Alle Versuche der Kunst sind vergebens, den Verwüstungen der Zeit Einhalt zu thun. Das herrlichste Roscnroth verbleicht, und die lieblichsten Züge verlieren ihren Reiz. Was wird sie in einer solchen Lage trösten, wenn ihr Reich zerstört ist und ihr Emfiuß nichts mehr gilt! Von ihren vorigen Bewunderern verlassen, unbemitleidet von ihrem eigenen Geschlechte—wo wird sie vor der Welk und sich selbst hinflüchren? Die Schrecken der Einsamkeit werden sie zu Boden drücken, und sie wird in sich kein Hülfsmittel finden, sic zu verscheuchen. Sv tauscht Schönheit die Befitzcrin selbst mehr, als denjenigen, der davon geblendet wird. Der letztere kann ihren Einfluß eine Zeitlang fühlen, wird sie endlich aber ohne die Empfindungen mehr ansehen, die ihn vormals entflammten, wofern ihn nicht daue» IN Iahr§. 7. Bond- P

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.