Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 2)
- Language
- German
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301 de und Majestät bestünde. Die ersten muß, sagt er, dem weiblichen Geschlechte überlassen werden: die letztere gehört für die Männer. In der Thal ist die Kunst zu gefallen, vorzüglich euer Eigenthum. Die Begierde ist euch nicht nur natürlich, sondern die Natur scheint euch auch mit den Gaben ansge« rüstet zu haben, die zur Befriedigung derselben dienen kön« nen. Die körperliche Schönheit durch den Schmuck des Anzugs erhöhen, ist ein zu bezaubernder Reiz» als daß er vernachläßigt werden sollte. Euer Geschlecht ist gemacht, zu gefallen und einzunehmen: zugleich aber ist es nöthig, den Umfang eures Wirkungskreises kennen zu lernen, um zu wissen, auf welche Art und auf welche Gegenstände er geleitet werden muß. Ohne einigen Unterricht hierüber, möchtet Ihr auf die Gedanken kommen, daß, weil die Na« tur an äußerlichen Reizungen gegen euch verschwenderisch gewesen, Ihr die inner», die die Seele so betreffen, w.r jene die Person, verabsäumen könntet: ein unglückliches Dorurtheil, wie euch einige Bemerkungen lehren werden, die ich euch verlegen will, weil eine so übel verstandene Meinung in den, der Bildung gewidmeten Jahren eintritl, wenn der Verstand soll unterrichtet und das Herz gebessert werden! 3’u gefalle», und Die Kunst. zu gefallen, m Aus« Übung zu bringen, das sind zwei verschiedene Dinge. Bei dem erstcrn verhalt man sich bivß leidend. Schönheit allein kann Bewunderung erregen. Durch Sitten und Umgang aber zu gefallen. ohne Rücksicht auf die äußere Ge^