Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Job's erste Klage
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 3)
- Language
- German
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Ich war nun da, wo der Tyrannen Wukh Eich endet, und an Kraft erschöpfet ruht; Wo neben ihnen Sklaven friedlich rasten, Und sich erholend von des Lebens Lasten Des Treibers starkes Stufen nicht mehr hören. Denn dort — wer will es ihnen denn auch wehren? Sind Hoh' und Niedrige von gleichem Recht; Ja, freier als fein Herr, ist mancher Knecht. — Wozu gicbt Gott dem Leidenden das Licht, Der froh aufjauchzt, wenn ihm das Auge bricht? Wozu das Leben nur den Kummervollen, Die mehr den Tod als alle Schatze wollen, Die sich mit jedem Todtenhägel freun, Und neidisch sehn auf jeden Leichcnstein? — Wozu das Leben dem, der nicht kann finden Den Ausweg ans des Schicksals Labyrinthen, Weil Gott ihm selbst den Weg umher verzaunt? — Co hat's das Schicksal auch mit mir gemeint, Da Thranen mir vor jedem Essen fließe«, Und Klagen sich wie Wasscrström ergießen. Ach! Was ich so gefürchtet, traf nun ein; Erfüllt ist jetzt die Ahnung meiner Pein. Dahin sind Ruh und Glück und Frieden, Und mir sind Quaalen, Jammer nur beschieden! Berlin. Eduard Kley.