Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 4)
- Language
- German
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736 -- Lachen liebender Jüngling, der artig singen und tanzen, sich modisch kleiden, mit Lustigkeit tändeln und mit Dreu« siigkeit handeln kann, immer der Liebling der Frauenzim« mer. Solche Bekanntschaften aber stiften in der Folge manches Unglück; denn was kann man von Männern, welche Vergnügungen und Zerstreuung lieben, anders er« warten, als daß sie sich von dem Vermögen derjenigen gütlich thun, mit denen sie verbunden sind. — Da also diese Neigung, unschickliche Freundschaft zu stiften, so leicht junge Herzen verführen kann, so waffnet euch ja wider die ersten Eindrücke. Denn, hängt ihr Ihnen nach, welche Thorheiten, welches Elend, welche Schande und Reue wird es zur Folge haben! Immer laßt Klugheit und Lugend eure Gefährtinnen seyn, wenn Ihr nicht eurer gegenwärtigen und künftigen Glückseligkeit auf immer entsa« gen wollt. Icl, muß noch einen andern Grundsatz anführen, der unter jungen Personen nur zu herrschend ist und oft solche unglückliche Verbindungen veranlaßt: und dieß ist die höchst abgeschmackte Meinung, daß ein gebesserter Wüstling den besten Ehemann ab gebe. Dr. Fordycc in seinen vortrefflichen Predigten für junge Frauenzimmer hat diesen Grundsatz besonders beleuchtet, und ich kann die Bemiglichkeit einer so albernen Meinung mit kei« nen tüchtigern Gründen widerlegen, als deren er sich bei dieser Gelegenheit bedienet. Er bejammert gleich anfänglich, daß em solcher Ge. danke nur in die Seele eines tugendhaften Frauenzimmers