Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 375 (sequence 3)
- Language
- German
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3 75 und Freunde haben es mit Unruhe bemerkt und oft Serge, -ens'dagegen gekämpft. Welcher Ursache aber soll man wohl eine solche Uebereilung und Hartnäckigkeit juschrei« den? Bisweilen ist es der Stolj. Der Stolz—worüber? Eine Eroberung gemacht, oder den Räuber überwältiget zu haben. Ein anderer Bewegungsgrund kann eine übel ange» brachte Neigung seyn, die aus einer zu großen Vorliebe für oberflächliche und nichts bedeutende Eigenschaste» entsteht, weil man keinen Geschmack an solidern und wesent« lichern Vollkommenheiten und nicht Verstand genug hat, die Außenseite von der inner» zu unterscheiden. Ob man sie gleich von der Unschicklichkeit und den wahrscheinlich unglücklichen Folgm einer solchen Verbindung überzeugt, so verachten doch viele mit der beharrlichsten Widerspenstigseit alle Vorstellungen von elterlicher Liebe und väterlichem Ansehen. Sie vertheidigen ihre Wahl durch den Grund« satz, daß sie am besten wissen müssen, was sie glücklich machen kann. Dieß ist aber ein falscher Wahn: denn in einer so wichtigen Angelegenheit ist die Klugheit und Erfahrung der Eltern durchaus nöthig, die Hitze der Jugend zu mäßigen und die falschen Vorstellungen zu berichtigen, die in solchen Fällen meistentheils durch eine ungestüme Lrödenschaft erzeugt werden. Wir finden in eurcin Geschlechte eine natürliche Leb.» Hastigkeit. Daher kommt's, daß viele junge Frauenzimmer sich so gern Personen von einem gleichen flüchtigen Temperamente zugesellen; mithin ist ein geschwätziger;-