Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Imre sefer u.s.w. [Rezension]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 2)
- Language
- German
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257 Bevor wir unser Urcheil über diesen Theil des inhalt« rochen Werkes äußern, glauben wir die Gegenstände, über welche der Unterrichtete Belehnmg erhält, und den Gang den der Verfasser dabei genommen hat, anzeigcn zu müssen. Mit dem gehaltreichsten Spruche, den je ein Gesetzge« der ausgesprochen und in welchem sich, wie der Talmudist Hil. lel den Heiden belehrte, Religion und Moral koncentriren lassen: liebe deinen Nächsten wie dich selbst, nimmt dieser Theil seinen Anfang. Dieses Gebot der Nächstenliebe setzt Selbsterhaltung oder Selbst« liebe (welche aber nicht in Eigenliebe, in ein Verliebtseyn m sich selbst ausarten darf) voraus, die in der Natur aller Wesen gegründet ist. — Die Schrift würde dem« nach die Selbsterhaltung nicht zu empfehlen nöthig gehabt haben, wenn sie uns nicht dadurch vor der Wahl der S ch e i n g ü t e r und dem Verwerfen der Schein« übel (worunter ein unvernünftiges Kind z. B. die Ar« beit und rin unvernünftiger Patient die Arznei rechnet—)war« nm wollte. — Die Schrift macht uns zur Pflicht alle unsere Kräfte, geistige und körperliche, immer mehr zu entwickeln und dadurch die/Fertigkeiten zu erlangen, die zu unserer Wohl« fahrt unentbehrlich sind. Bei allen unfern Handlungen aber muß gehöriges Maaß gehalten werden, selbst beim Epen« den der Wohlthaten, nach der Lehre im Talmud: wer All« mosen spendet, darf höchstms den 5ten Theil seines Ver« mögens dem Wohlthun widmen. — Der Mensch ist zum vernünftigen Fleiße bestimmt, und der Müßiggang hat die traurigsten Folgen. Es ist daher nöthig sich schon beiZei,