Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Lucius Liffmann, der Heilkunde Doktor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 8)
- Language
- German
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Patienten, der trauliche Umgang mit einigen wenigen Freunden, war die Würze seiner Tage. Seine Geschäfte nahmen über Erwarten zu; doch mehr unter den Christen als unter seinen Glaubensgenossen. Seine durchblickcnde Herzensgute, seine Uneigennützigkeit, seine Eanftnruth, feine Tharigkeit, sein Eifer; nicht mächtige Gönner em« pfählen ihn. Was ihm aber bei vielen der erster» gewissermasten zum Fürsprecher diente, machte ihn wenigstens den Eiferern unter den Israeliten unleidlich, vielleicht gar gehastig. Es war im Anfang des Jahrs!802, als ich L i ff- Mann bei einem vieljährigen Freunde kennen lernte. Der erste Eindruck, den seine Totalität auf mich machte, war, ich must es offenherzig bekennen, nichts weniger als vor« thcilhaft. Was seine plastische Form Einnehmendes hatte, wurde durch das ungefällige Tragen seines Körpers, durch die Unkundcdessen, was man Ton nennt, durch seine Zag» Hastigkeit, durch eine hervorstrcbende Tendenz zum Disputimt, durch den oft mystischen Schwung seiner Worte, durch eine gewisse Einseitigkeit des Wissens außerordentlich geschwächt. Ich beschloß daher in der Stille, die neue Bekanntschaft nicht weiter forkzusetzen. Ein Ungefähr führte uns dennoch zu wiederholtenmalen zusammen und nun lernte ich bald die Schale von dem Kern, die Muschel von der Perle unterscheiden. Sein unbeflecktes Herz, sein Feuereifer für alles Gute und Schöne, seine Anspruchlo» figkcit, seine Verleugnung alles Selbstinteresscs, wo es der Erleichterung des Elends galt, seine unschuldigen Traume von einer bessern Welt, sein großmüthiges Ver»