Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Lucius Liffmann, der Heilkunde Doktor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 2)
- Language
- German
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22 t Sosey ti denn gebracht das schuldige Todtcnopfer, schlicht und anspruchlos wie der Verblichene war. Lucius Liffmann ward im Decemb. 1772 in Kassel geboren. Sein Vater war LippmannAbrahain: Hessischer Provi'antmeisier und Dorstcher der Israeliten. Im siebenjährigen Kriege hatte sich dieser ein beträchtliches Ver. mögen erworben, das ihn in den Stand fetzte, eiugcmächli. ches Haus zu bilden und die Erziehung seiner vier Kinder mit Sorgfalt zu betreiben. Die beiden Söhne, dies war sein Lieblingsplan, sollten sich dem Studium der jüdischen Theologie widmen. Mit dem ältesten gelang es. Er ist «in braver, frommer, in den Mysterien der Israelitischen Gelehrsamkeit mehr als gewöhnlich eingcweihter Mann und hat die nahe Aussicht, Rabbiner zu werden ׳). Vci Lucius hingegen scheiterte der Plan. Sein ltbhastes, edel — schwärmerisches Gemüth war die Klippe. Bis in sein vierzehntes Jahr mußte der Knabe fast ununterbrochen die Stube hüten und den Talmud fiudiren. Der Erfolg entsprach inzwischen keinesweges der väterlichen Hoffnung, denn es war ihm unmöglich, bedeutende Fortschritte darin zu ma« chrn. — Des Vaters Tod löste endlich die Fesseln. Seine Mutter und Verwandten begnügte» sich nun damit, ihm ferner die Grundsätze der Tugend und Frömmigkeit einzu« flößen und seinen Religionscifer zu starken. Dieser war *) Dieser würdige Mann starb im vorigen Jahre, als Rabbiner zu Friedberg. Sein Tod wird von allen denen, die ihn kannten, sehr bedauert. D- H