Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Gedichte
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 3)
- Language
- German
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219 Das Leben. Das Leben gleicht dem Nachen auf den Wellen, Leicht gleitet er dahin auf ebner Fluth, Doch dröhn Orkan' auch oft, ihn zu zerschellen An schroffen Klippen, brauset ihre Wuth. Erfreue dich des Nachens leichten Schwedens, Doch nie zu viel vom Steuer dich getrennt! Auch in dem Glück' ist Vorsicht nie vergebens, Denn trügrisch ist das nasse Element. Verzage nicht im Brausen wilder Stürme: Noch sinkt dein Nachen nicht — nur aufgeschaut! Errettend hat die Hoffnung Leuchtethürme Mit milder Hand am Ufer aufgebaut. Denn sinkt am Abend auch die Sonne nieder, Geht hell am Morgen sie doch wieder auf: So kehrt nach Stürmen sanfte Stille wieder Und keine Woge hemmt des Nachens Lauf. Anton Niemeyer. Q-