Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Gedichte
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 2)
- Language
- German
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Doch in der Hand verstummten die Saiten mir, Den« vollen Herzen gnügte die Sprache nicht — Ich wollte hohe Hymnen singen» Ach, und vermochte fast nicht zu stammeln! Da sank ich nieder, kühlte die glüh'nde Stim' In dem krystallnen Thaue der Blumen mir, Und «neu« Gesang war meine Thrane Und mein Verstummen mein Lied des Dankes. An den Tod. Nein, du bist kein gräßliches Gerippe, Wie sich dich so Mancher denkt, o Tod, Das mit Stundenglas' «md scharfer Hippe An dem Bett' des Kranken gräßlich droht. Nein, du bist ein Engel, der uns freundlich Leitet zu der Ruhe sicherm Port, Wenn uns auf des Lebens Meere feindlich Stürme schleudern von dem Ufer fort. Um das Antlitz glänzt der Himmelsfriedcn, Auf der Stirn' ein cw'ges Morgenroth, Und dein Blick ruht da, wo, wie hienieden, Nicht mehr Schmerz dem armen Herzen droht. Kühlung fächelst du uns zu und leise Senk sich auf das müde Auge Nacht, Und cs sieht am Ziel' sich von der Reise, Wenn vom sanften Schlummer cs erwacht.