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Sulamith · 1811-01-01 · 1 Bd. 3 H. (1811) · p. Seite 166

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Dritter Jahrgang 1810-1811
Issue
1 Bd. 3 H. (1811)
Article
Fragmente aus der Einleitung zu einem noch ungedruckten Werke: Früheste Kulturgeschichte des Menschengeschlechts
Date
1811-01-01
Page
Seite 166 (sequence 15)
Language
German
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166 gen und die Geschichte zeichnen, haben aber die Philosophen mit Recht die Folgerung gebauet, daß alles Geistige der eigeye Erwerb der Menschen, die Frucht ihrer innern Kraft gewesen scyn müsse, die unter der Anleitung der gan» zen großen Schöpfung, der Erzieherin der ersten Menschen, sich entwickelte. Jeder Fortschritt in dieser Hinsicht konnte daher nur mit der Zeit geschehn und durch die Umstande herbeigeführt werden, und wenn auch gleich alle Fortcnt- Wickelungen des Geistes von selbst folgten, sobald durch die Einführung einer Sprache die erste Basis gelegt war; so konnten dieselben doch nur äußerst langsam und allmäh« lig Statt haben. Mußte aber der menschliche Geist, sich selbst überlassen, mittelst eigner Kraft aus gänzlicher Un« wissenheit und Unbekanntschaft mit den Dingen und Wesen, von denen er sich umfangen fühlte, sich emporarbeiten: wer wird es da wagen wollen, die Jahrtausende zu zählen, die bis zu dem Anfang der ihn betreffenden Nachrichten in den meisten Völkertraditioncn verflossen scyn müssen? Wie lange Zeiten werden nicht erforderlich gewesen seyn, che nach und nach der Verstand nur so viele Begriffe gesam» mclt hatte, daß er mit denselben wuchern und zu allgemeinen Schlüssen und Urtheilen emporsieige» konnte. Kein wilder Völkerstamm, auf den unsere Reisenden gestoßen sind, war so neu, als daß wir ihn dieser Periode angehörend betrachten könnten. So roh und wild der Zustand auch war; so hatte cs doch immer schon vielleicht Jahrhunderte bedurft, um nur bis zu demselben sich emporzuarbciten. Von dem Zustande des Menschengeschlechts in seiner allerersten Periode gicbt cs kein Ebenbild mehr auf dem weiten Erdrund.

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