Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Fragmente aus der Einleitung zu einem noch ungedruckten Werke: Früheste Kulturgeschichte des Menschengeschlechts
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 13)
- Language
- German
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164 “׳^VJ״‘ der abstrakten Wörter, des Cyntüx und der ganzen Logik allmählig zu gelangen. Und doch war manches von al!cn diesen Stücken ganz unumgänglich erforderlich, um nur etwas Zusammenhängendes durch Worte auözudrücken und Andern verständlich zu machen. Alle Völker des höhcrn Alterthums konnten sich daher die Bildung der Sprache nicht anders erklären, als durch die Annahme, daß sie durch die Götter offenbart worden fey. Darum wird das lebendige Wort, die menschliche Rede, heilig und göttlich genannt, und wir wissen, daß derselben bei den alten Persern eine schaffende Kraft und die höchste Gewalt über den Geist und das Wesen der Dinge zugeschriebcn worden. Gleichwie aber von der ganzen äl« tern Zeit der Rede ein unmittelbarer Ursprung aus dem höhcrn Einfluß gegeben wurde; so läßt sich auch noch jetzt behaupten, daß die Sprache bei den ersten Menschen nicht sowohl durch die gesellschaftliche Noch entstanden, als von der Natur selbst, deren Töne ihr Ohr immerdar vernahm, fie gelehrt worden ist. Ohne einen gewissen Fortschritt in der Sprache (in« sofern sie Werkzeug nicht allein thierischer Gefühle und De«. gierden, sondern der mit vernünftigem Bewußtseyn ergrif« fenen Vorstellungen ist,) würde indessen keine Vermensch« Uchung haben Statt finden können und die Erfahrung hat auch gezeigt, daß selbst die isolirtestcn, rohesten wilden Völker nicht bei dem obigen Punkt in ihrer Cprachbildung stehen geblieben sind. Bald mußten nämlich dir Menschen im geselligen Verein die wichtige Entdeckung machen, das Eeheimniß zu finden, den Eindruck der übrigen Sinne auf