Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Fragmente aus der Einleitung zu einem noch ungedruckten Werke: Früheste Kulturgeschichte des Menschengeschlechts
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 12)
- Language
- German
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"" r6z den Idee» zu erwecken; allein um sie zu erfinden, mußte man, ehe man dieselben Ideen fassen konnte, sich so zu sagen, mit philosophischem Nachdenken vertraut gemacht, sich geübt haben, das, was ist, allein nach seinem We> sin, und unabhängig von jeder andern sinnlichen Wahr« nehmung zu betrachten. Das ist aber eine schwere, sehr metaphysische, sehr unnatürliche Abstraction, wiewohl ohne dieselbe diese Ideen niemals von einer Gattung oder einem Geschlechte aufs andere hätten übertragen oder die Zahlen allgemein werden können. Ein Wilder könnte, um nur ein Beispiel anzuführen, einzeln sein rechtes und ein» zcln sein linkes Bein anschn, oder auch sie zusammen unter der unzertrennbaren Vorstellung eines Paares sich den« ken, ohne daß es ihm je einficle» daß er zwei Beine habe: denn ein andres ist die vorstellende Idee, die «ns eineu Gegenstand malt, und ein andres die numerische Idee, die ihn bestimmt. Noch weniger dürfte er bis zu fünfe zählen können, und^ob er gleich, wenn er die eine Hand auf die andere legte, hätte bemerken können, daß die Fin« ger genau auf einander paßten; so ist er doch sehr weit davon entfernt, an ihre numerische Gleichheit zu gebenken. Er weiß eben so wenig die Zahl seiner Finger, als die Zahl seiner Haare, und wenn, nachdem man's ihm verständlich gemacht, was Zahlen sind, jemand ihm ge« sagt hätte, er habe eben so viel Finger an den Händen, als Zehen an den Füßen; so wäre er vielleicht, wofern er sie verglichen, sehr verwundert gewesen, dieß wahr zu befinden. Nicht minder lange Zeiten müssen bei den ersten Menschen darauf gegangen sinn, um zur Ausfindigma« chung aller Arrisien und Zeiten der Wörter, der Partikeln, M 2