Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1811)
- Article
- Räthsel
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Aäthfer. Ich schweb« von des Himmels Sphären Hernieder auf der Erde Rand. Den Stein ans Gräbern zu verklären, Hat mich die höchste Huld gesandt; Doch gräbt, mißdeutend meine Kunde, Der Gram oft tiefer Heine Wunde. Ich winke von der Gottheit Throne Dem Ringer auf der Tugend Pfad. Der Unschuld reich' ich meine Krone, Den Lorbeer jeder Edelthat; Doch nur in stillen Weihestunden Wird des Geschenkes Werth empfunden. Nie weint der Kummer mir vergebens, Mich jammert auch des Frevlers Schmerj. Auf Wege leit' ich» höhern Lebens, Mitleidig des Verirrten Her;; Doch färbt der Mensch, in blindem Wahne, Oft blutig mein« Friedensfahne. In feyerlichen Orgeltönen Erklingt ihm meines Fittigs Schwung. Ich rühr' ihn in dem heilig Schönen, Im Aufblick der Begeisterung; Doch opfert er, jti meiner Ehre, Oft einer gräßlichen Megäre. Hoch» wo der Weisheit Steg verschwindet, Bau' ich die kühne, sichre Lahn.